Welt der Schiene

TGV RHEIN-RHÔNE

 
 

Eine Premiere: CO²-Messung bei der Bahn!

HGV-STRECKE RHEIN-RHÔNE

10/03/2010

Der erste 'Bilan Carbone®', eine Ermittlung des Kohlendioxid-Ausstosses, bei Eisenbahnen überhaupt. Sie belegt eindrucksvoll, dass die Schiene die wirksamste Waffe gegen die Klimaveränderung ist.


Auf der HGV-Strecke Rhein-Rhône, wird gemesssen. Die 140 Kilometer zwischen Dijon und Mulhouse sind die einzige Strecke in Frankreich, die zur Zeit gebaut wird. Die Baustelle besteht seit 2006 und die Einweihung ist im Dezember 2011 vorgesehen. Pro Jahr wird mit 12 Millionen Reisenden gerechnet. RFF, SNCF und die Umweltagemtur ADEME haben den Ausstoss von Treibhausgasen in jeder Phase der Bauarbeiten gemessen: Der 'Bilan Carbone®', eine CO²-Bilanz.

Das ist neu: der 'Bilan Carbone®' erfasst alle Treibhausgase, die in jeder Phase des Projektes in die Atmosphäre abgegeben werden: bei der Planung und Ausführung der 140 km langen Strecke, der beiden neuen Bahnhöfe, der Instandhaltungszentren und sogar der 30 zusätzlichen TGV-Garnituren einschließlich der Wartungshallen für den Service. Hinzu kommt die vorgesehene 30jährige Lebensdauer der neuen Linie mit dem gesamten Energieverbrauch, der Abfallproduktion etc. Die französische Umweltagentur hat alle nur denkbaren Treibhausgas-Produzenten mitgezählt und unter die Lupe genommen.

Die Abrechnung: 1,9 Millionen Tonnen CO² werden in 30 Jahren durch die HGV-Strecke Rhein-Rhône erzeugt. Ist das viel? Es ist die Menge, die eine Stadt mit 200.000 Einwohnern (Dijon zum Beispiel) in einem Jahr produziert. Und was verschmutzt am meisten? 42 % der Treibhausgas-Emissionen kommen bereits von den Bauarbeiten und 53 % entstehen durch den Verkehr der Züge.

Zieht man jetzt die Einsparungen aller Emissionen, die durch den Umstieg von jährlich 1,2 Millionen Reisenden von Auto und Flugzeug auf die Schiene erzielt werden, von der Gesamtbelastung ab, dann erhält man - eine ausgeglichene CO²-Bilanz ab dem 12. Betriebjahr der HGV-Strecke. Das bedeutet: Ab dem Jahr 2024 ist die Bilanz positiv, die HGV wird die ursprüngliche CO²-Investition amortisiert haben und jeden Tag kommen Tausende von Reisenden in den Genuss einer Ökomobilität, die Atmosphäre und Klima schont.

Die neue HGV-Strecke, trägt zur Erreichung des wichtigsten Umweltziels Frankreichs bei: der Verringerung der Treibhausgaus-Emissionen bis 2020 um 22%. Die Mobilität zählt bei den Emissionen des Landes zu den Schwergewichten (27 %), wobei allein der Strassenverkehr 90 % der Emissionen beiträgt. Der Ausgleich dieser Schieflage drängt und der Bau von 2 000 Kilometern neuer HGV-Strecken ist hierbei ein richtungsweisender Ansatz.